Hasenecke – Champagner und Pommes am Savignyplatz

Wir sind wieder im goldenen Westen unterwegs. Diesmal hat uns die investigative Pommes-Recherche an den Savignyplatz zur Hasenecke geführt. Direkt zwischen Kiffer-Grünanlage und der viel befahrenen Lebensader Charlottenburgs, der Kantstraße, steht der kleine Pommes-Pavillon. Das Häuschen war vermutlich mal eine öffentliche Toilette bevor die neokapitalistischen 90er Jahre mit der City Toilette die allermenschlichsten Bedürfnisse kommerzialisierten. In diesem Falle soll es uns Recht sein, denn diese urige Bude hat durchaus Charme.

Update: Wir haben das mit der vermeintlichen Toiletten-Vergangenheit recherchiert und fanden heraus: Nein. Die Bude war kein Klo – Sie ist sogar denkmalgeschützt und von 1907.

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Die patente „Curry Mamsell“ bedient seit Jahrzenten mit erprobter Berliner Schnauze. Es geht raubeinig zu, aber dafür mit einem großen Herz für die Frittierwaren. Ganz City-West ist natürlich nicht nur die Coca-Cola im Angebot, sondern auch der Piccolo Champagner. Von Jaques Quart Champagner hat zwar noch nicht mal Google gehört, aber ist die Marke auf dieser Verkehrsinsel wirklich von Bedeutung? Wir finden: Hauptsache es prickelt!

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Wir bestellen eine Portion Pommes mit Mayo und ne Currywurst. „Mit Darm oder ohne?“ – Die Curry Mamsell schaut uns kritisch an. „Mit!“ Keine halben Sachen…

Nun zu den Pommes: Unser erster Eindruck war, dass sie sehr blass sind. Es war sofort klar, dass wir es hier nicht mit dem klassischen Eckbuden Paprika-Pommes Gewürz zu tun hatten. Stattdessen lautete die Devise: Weniger ist mehr und normales Salz reicht auch.

Processed with VSCOcam with c1 presetProcessed with VSCOcam with g3 presetProcessed with VSCOcam with c1 presetGeschmacklich wurden Kindheitserinnerungen wach. Es handelte sich um die klassische Freibad-Pommes. Eins zu eins. Auch die Mayo zu hell, frisch, aber ohne jeden Geschmack. Machten wir die Augen zu, roch es nach einer Mischung aus Chlor, Sonnencreme und Schweiß von dicken Männern in zu engen Speedo-Buchsen und die Füße brannten auf dem heißen Asphalt der Pommes-Schlange des Prinzenbades. Das war atemberaubend.

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Leider waren die Pommes nicht so spektakulär wie die Erinnerungen, die sie weckten. Der Crunch war in Ordnung, kein ausgeprägter Kartoffel oder sonstiger Geschmack. Die Wurst schnitt eigentlich sogar besser ab als die Pommes.

Unsere Wertung deshalb: 2 1/2 von möglichen 5 Pommes. Kann man mal im Vorübergehen machen, muss man aber nicht.

Processed with VSCOcam with c1 preset Zwei unerwartete Highlights gab es dann allerdings doch noch:

1. Was sind aufblasbare Bärchen und warum verkauft die Pommesbude Holzfiguren?

2. Kann man „Curry-Mamsell“ – Imbiss-Fachverkäuferin Nachwuchskraft werden. Aber nur auf deutsch und mit „berlinerischem Verkaufstalent“. Teilzeit oder Mehr… – Jetzt oder Nie!

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