Das „Burgers Berlin“ und die vernachlässigte Pommes

Freitag Abend 21:30 in Charlottenburg

An der Pestalozzistraße, einer Seitenstraße der Einkaufsmeile und Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße, steht eine Traube junger Menschen vor einem Lokal mit Bierbänken, witziger Tafelspeisekarten und hippen Limos.

Um was könnte es sich anderes handeln als um einen Burgerschuppen?

In Hoffnung auf einen guten Pommesfang gesellen wir uns dazu. Atmosphärisch ist das Burgers Berlin im Industrie//Amerika- bei Westwing-eingekauft-Stil gehalten. Die Wände sind mit „lustigen Sprüchen“ in unterschiedlichen Schriftarten und kurioser Orthografie bemalt. Da ich mich ein wenig geniert habe den Spruch „Burger statt Bourgeoisie“ zu fotografieren, gibt es hier kein Bild davon.  Mit Blick auf das bruzzelnde Rindfleisch bestellen wir am Tresen.

Die Karte macht sofort klar: Pommes sind hier nur ein „Xtra“. Wir bestellen dem Cheesy Cheese und Beef & Bacon Burger und dazu Fries mit Mayo und die Chilli-Cheese-Fries (3€), die nicht auf der Karte, dafür aber auf der Tafel stehen.

Die Wartezeit von 20 Minuten (es war wohl Burger-Rush-Hour) vertreiben wir uns mit einem kühlen Augustiner. Eigentlich wäre es auch nett in so einem Laden mal zu Schultheiss oder einem Berliner Kindl gezwungen zu werden. Immer diese bayrischen Etepetete-Importe…

    

Pommes und Burger werden in kleinen, roten Plastikkörben serviert. Als Kind der 90er Jahre habe ich ein zwiespältiges Verhältnis zu Plastikerzeugnissen. Der frühere Stoff der Zukunft hat heute den Beigeschmack von fadem Konsumismus.  Also wenn ich die Wahl habe, darf es für mich doch klassisch der Porzellan oder Keramikteller sein.

Die Pommes haben einen goldgelben Ton, der könnte allerdings noch etwas dunkler sein. Die Form der Fritte verrät das Industrieerzeugnis. Diese Pommes sind definitiv nicht selbstgemacht. Der Biss ist hart, jedoch nicht knusprig. Von einem Crunch kann kaum die Rede sein. Leider ist auch der Geschmack fad und sie sind nicht ausreichend gesalzen. Erschwerend kommt noch das Preis-Leistungs-Verhältnis hinzu: Der Preis von 2€ bzw. 3€ für die Chilli-Cheese-Fries ist üppig für dieses Häufchen Pommes.

Die Mayo hat eine cremige Konsistenz und schimmert in einem schönen Cremeweiß. Doch auch sie schmeckt süßlich und konservig, leider nicht frisch. Der Ketchup schmeckt ebenfalls nach dem 10-Liter-Eimer-Klassiker aus der Metro. Hier noch ein preisliches Kuriosum: Wohingegen der Ketchup auf dem Tisch zur freien Verfügung steht, zahlt man für die Portion Mayo extra 30 Cent. Die Chilli-Cheese-Sauce ist nasty-käsig-scharf aber auch nicht frisch. Die frischen Jalapeños fallen dazwischen positiv auf.

Im Gegensatz zu den vernachlässigten Beilagenpommes konnten die Burger wirklich punkten. Die Brötchen hatten eine perfekte Konsistenz, sind beim Essen nicht zerbröselt und waren knursprig. Das Rindfleisch schien manchmal noch zartrosa durch (mhmmm) und spielte saftig mit dem frischen Salat zusammen. Die Burger zählen definitiv zu den besten Berlins.

  

Unser Fazit: Leider nur 2 von 5 möglichen Pommes. Das Burgers Berlin ist – nomen est omen- eine mehr als solide Adresse für Burger. Doch leider nicht für Pommes. Hier ist definitiv noch Luft nach oben!

Burgers
Pestalozzistrasse 25
10627 Berlin

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