Trending Fastfood: Die Entwicklungen der Budenkost in den letzten 200 Jahren

Einen hippen Blog zu schreiben erfordert nicht nur ganz viel Kreativität und Authenzität, sondern auch ein cooles Thema. Man kann dabei ganz nach Bauchgefühl gehen und einfach mal was zu gesunden Rezepten oder Berliner Streetstyle schreiben. In einem solchen Fall ist mittelmäßiges Interesse für den geschriebenen Inhalt garantiert und es bleibt nur zu hoffen, dass man sich durch seine Attraktivität bei Instagram in Szene setzen kann, um wenigstens ein bisschen traffic für den Blog zu generieren.

Wer jedoch wirklich wissen möchte, ob er am Puls der Zeit schreibt, dem sei Google’s Ngram Tool ans Herz gelegt. Mit der Superpower von Google kann man hier Millionen von Büchern nach einem bestimmten Schlagwort durchforsten und so herausfinden, wie hip der Begriff von 1800 bis heute bei Autoren war. Also quasi eine trending topic timeline der letzten 200 Jahre.

So haben wir uns auch dem Test gestellt und uns gefragt, wie hip ist unser Thema eigentlich.  Deshalb haben wir unsere Schlagwörter „Fritten“ und „Pommes“ durch Ngram gejagt und dabei kam folgendes heraus:

Fritten, Pommes

Mit einem Blick auf die Statistik können wir uns also auf die Schulter klopfen. Im deutschen Sprachraum scheint die Fritte deutlich auf dem Vormarsch. Gleichzeitig wird jedoch auch deutlich, dass der Begriff Fritte deutlich seltener Verwendung findet.  Der Geruch von frittierter Freiheit in der Nachkriegszeit verschafft der Pommes ihren Durchbruch. Danach erlebt die Pommes ein auf und ab, genauso, wie die junge Bundesrepublik. Ende der 90er erlebt die Pommes einen Steigerung, die jeden Hobbyanleger der New Economy neidisch gemacht hätte. Dieser Aufstieg hält immer noch an und macht deutlich, dass die Pommes gesamtgesellschaftlich ein unaufhaltsamer Trend ist. International ist die Entwicklung noch bemerkenswerter. Seit Mitte der 70er Jahre verzeichnen fries einen exponentiellen Anstieg. Seit 2003 ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen.

Jedoch gehen Experten davon aus, dass diese Eintrübung vor allem eine natürliche Sättigung nach dem schlagartigen Fastfoodhype in Osteuropa nach dem Fall der Mauer darstellt. Die globale Rolle von fries sei jedoch gerade mit dem Blick auf emerging markets noch lange nicht ausgeschöpft.

fries

Uns interessierte natürlich auch, wie sich die Pommes eigentlich im Vergleich zu anderen Fastfoodprodukten schlägt. Zu Beginn sei angemerkt, dass in der deutschen Statistik der Begriff „Burger“ nicht auftaucht, da sein Gebrauch auch häufig mit dem „Bürger“ verwechselt wird und somit die angezeigte Relevanz nicht akkurat ist. Ebenfalls nicht vergleichbar ist Pizza, da sich hier wahre Schlachten über ihren wahren Charakter  führen lassen. Denn sowohl die Verfechter der amerikanischen, als auch der italienischen Variante würden ihre Art als unterschiedliche Produkte bezeichnen .

snacks Germany

Das Schnitzel war über ein Jahrhundert hinweg unangefochten an der Spitze der fastfood Produkte. Auch wenn Deutschland nach wie vor den Ruf als Schnitzelland hat, ist die Pommes mittlerweile klarer Spitzenreiter – Tendenz steigend. Denn gleichzeitig können Döner, Currywurst und Bratwurst bei Weitem nicht mithalten. Zu vermerken ist jedoch das Wachstum von Tofu, welches sich mittlerweile ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Currywurst liefert.

Auch im internationalen Vergleich sind fries der klare Favorit des globalen Gaumens.

snacks international

Burger machten zwar Mitte der 70er Jahre der Pommes deutlich Konkurrenz, jedoch ist seit Beginn des neuen Milleniums ein klarer Knick bei der Relevanz des Burgers zu erkennen. Sollte jemand der Leser mit dem Gedanken spielen über Burger zu bloggen oder gerne einen Biofleischburgerladen eröffnen wollen, sei ihm mit dieser Statistik davon abgeraten. Ebenfalls beachtlich ist die Rolle von Tofu im globalen Vergleich. Dieser vegetarische Ersatz für alles macht dem Burger erheblich zu schaffen. Der Trend zugunsten von vegetarischem Fastfood ist jedoch nicht garantiert: Viele asiatische Schwellenländer sind noch nicht in der Gourmetburgerphase angekommen und somit haben klassische Burgergiganten noch Wachstumspotenzial. Die Rolle des Woks und des Bagels stagnierte in den letzten Jahren. Ebenso auffällig ist, dass Kebabs und Burritos, fastfood-Leibspeise weltoffener Amerikaner, in den letzten Jahren auch nicht deutlich an Relevanz gewinnen konnten.

Es bleibt festzuhalten: Wir wussten es von Anfang an – Pommes sind schon seit langem das Trendigste, was es da draußen an fastfood gibt.

3 Gedanken zu “Trending Fastfood: Die Entwicklungen der Budenkost in den letzten 200 Jahren

  1. Pingback: Pommes selber machen – Teil 2 | pommesluv

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