Reise zur Wiege der Pommes Teil II

Nach meinem Liège Debakel nahm ich mir fest vor in Maastricht mein Pommesglück zu versuchen. Maastricht liegt in Limburg, dem südlichen Teil der Niederlande, zwischen Deutschland und Belgien.  Diese Region ist nicht nur bekannt als Keimzelle des Populisten Geerd Wilders, sondern auch als  international geschätzte Frittenhochburg. Mancheiner behauptet Kanye West sei wegen der Tefaf (einer Millionärskunstmesse) in die beschauliche Stadt gekommen, in Expertenkreisen ist jedoch klar: Es war die Pommes, die ihn anzog!

Wo gibt es die besten Pommes in Maastricht? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Zu den besten zählt aber in jedem Falle Reitz am Markt. Direkt neben der McDonalds Filiale gelegen, ziehen sich oft weite Kundenschlangen um die Pommesausgabe. Auch ich konnte nach meinen Verpflichtungen noch fix Pommes to Go bestellen. Ein gegelter Niederänder hinter dem Tresen empfahl mir erst „Frites speciaal“ um mich dann nach einem Date für morgen zu fragen. Ich wägte ab: Intime Einsichten ins Pommesbusiness wären sich wertvoll,  aber diese gegelten Haare…

Ein kurzer Exkurs zur männlichen Haarkultur der Niederlande: Ihre Liebe zur Frittierkultur tragen die Holländer auch gerne stolz in ihren Haaren zur Schau. So munkelt man der glänzende, fest betonierte Haarhelm käme nicht durch das Zutun von Styling Produkten, sondern durch einen beherzten Kopfsprung in die hauseigene Fritteuse zu Stande.

Ich lehnte höflich ab.

Nun zu den Pommes: Für 2,50€ erwarb ich eine kleine Tüte Pommes, die doch recht groß war. „Frites speciaal“ ist der Königsweg unter den Pommesvariationen: Ketchup, Mayo gekrönt von einer ordentlichen Portion rohen Zwiebeln. Yummi! Knusprige Pommes mit ein wenig Curry/Paprikagewürz mit viel Soße und frischem Gemüse vereint Was kann es Schöneres geben? Einfach nur ein snacking Traum.  Ich sprintete mit meinen Pommes zum Bahnhof und passierte so noch ein letzes mal die Maas. Nun schien das warme Licht des Sonnenuntergangs auf Pommes und Maas – Die Wiege der Pommes!

Unser Urteil: 3,5 von 5 Pommes und sehr nah an einer 4.

Friture Reitz

Markt 756211 CL Maastricht, Niederlande

Jeden Tag geöffnet von 11:00-19:00

(Donnerstags bis 21:15)

+31 43 321 5706

Reise zur Wiege der Pommes – Teil I

Wikipedia beziffert die erste Aufzeichnung der Pommes Frites auf 1781. War die Maas zugefroren, wurden, so glaubt man der Quelle, im heutigen Belgien nicht mehr Fische sondern Kartoffeln frittiert. Fish and Chips sind also enger verwandt als bisher vermutet…

Diese Recherche passt wunderbar zu meiner heutigen Rundreise durch die Beneluxstaaten. Nervigem Administrativkram geschuldet, musste ich noch einmal zurück nach Maastricht und nutze die Fahrt von Brüssel über Liege bis an die Maas für einen thematischen Pommesausflug.

Das ist ein bisschen geflunkert, weil ich heute morgen in Brüssel eigentlich noch keine Pommes sehen konnte. Dafür kam dann aber der Heißhunger in Liège oder Lüttich. Zwei Stunden Aufenthalt (Dank Zugverspätung- die Belgier sind die Schlendrians von Westeuropa) sollten einen super Rahmen für die Erkundung der  Pommeswiege sein. In der direkten Umgebung von Liège wurden ja angeblich die ersten Pommes gesichtet.

Sehr zu meinem Enttäuschen fand sich in dieser gottverlassenen Stadt keine einzige Pommes, nur ein von einer Expo übrig gebliebener Ufo-Bahnhof. Welch frevelhafter Verrat an jahrhundertealter Frittierkultur.  

Soundtrack dieser Erfahrung: http://youtu.be/_Uh9NaICdVw

#schmolli