LGBT-Fritten am Wittenbergplatz

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Pommes testen will gelernt sein.

Es ist Freitag, Dienstschluss – ich streife mit Pommesluv-Mitgründerin Skrollan die Urania runter, vorbei an der Landeszentrale für politische Bildung Berlin.

Der Bildungsgott ist mit uns – an diesem Tag sind alle Bücher kostenlos zur Mitnahme. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich noch nicht, dass mein erster Beitrag für pommesluv ins Haus steht. Wir schlagen ein in Richtung Kurfürstenstraße. Skrollan schaut mich an. Ich schlage vor, man könne am Wittenbergplatz doch was essen – eine Portion Pommes bei Witty’s. Sie winkt ab:

„Nee, nee, daraus machen wir direkt n neuen Beitrag!“

und steuert auf die mit Regenbogen gezierte Pommesbude namens ‚Fritz & Co.‚ gegenüber zu.

Jetzt erklärt sich der Titel des Posts

Zehn Minuten später stehe ich, genau wie sie, vor einer Portion Pommes, meine in süß-saurer Chilisoße (er)tränkt, ihre begraben unter hausgemachter Knoblauchmayonnaise. Die Pommesfrau hat nicht gespart bei den Soßen, das fällt sofort auf. Schnell wird mir nun auch klar, dass die Currywurst, die ich mir dazu bestellt habe, nur zu einem Nebenschauplatz wird.

Die Soßenvielfalt

Ich will zum Pommesspieß greifen, da sehe ich, dass es hier nicht nur um Geschmacklichkeiten geht. Das iPhone in mehreren Abständen über die Frittenportion schwenkend, sehe ich Skrollan dabei zu, wie man Pommes richtig in Szene setzt. Auch ich greife fachmännisch zum Handy, knall den HDR Filter drauf und ab geht die Knipserei.

Drei Minuten später geht es endlich ans Eingemachte. Die Pommes kommen im natürlichen Look daher, mit Schalenelementen, wie Skrollan vermerkt. Die Portion ist nicht zu groß, nicht zu klein, gesundes Mittelmaß. Kostenpunkt: Mit Soße landet man bei 3 Euronen und 10 Cent.

Die bunten Farben der Pommesbude lenken uns nicht von unserer eigentlichen Arbeit ab.

Der Salzgrad stimmt. Das Meersalz, auch wenn man den Unterschied zum normalen Salz hier nicht schmeckt, gibt der Fritte einen angenehmen Geschmack – das gefällt. Der Crunch jedoch kommt nur bei Eckstücken der selbstgeschälten Pommes wirklich durch, und lässt ansonsten zu Wünschen übrig. „Zu wenig Unterschied zwischen Außen- und Innentextur“ bemängelt Skrollan mit kritischen Blick. Bei mir macht sich die Vermutung breit, es handelt sich bei den Kartoffeln um die Gattung „vorwiegend festkochend„.

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Sowohl Chili- als auch Knoblauchsoße sind in rauen Mengen auf dem gelben Gold vorhanden.

Die Soßen überdecken, wie eingangs erwähnt, den Großteil der Pommes. Im Verlauf und mit fortschreitendem Rückgang des Pommesbestandes auf meiner Pappe wird klar, dass die unteren Pommes der süß-sauren Chilisoße aus der Tube erlegen sind. Skrollan sieht in der hausgemachten Knoblauchsoße eher eine Remoulade mit starkem Dill-Einschlag. Ich find’s lecker und klaue weiter von ihrer Portion. Skrollan bemerkt, dass sich die LGBT-Fritten und die Pommes bei Witty’s gegenüber kaum unterscheiden. Hier wäre investigatives Nachhaken gefragt gewesen.

Ich schaue auf den ertränkten Rest meiner Frittenportion und stelle klar fest – den Soßenpunkt kann ich hier leider gar nicht geben. Auch beim Crunch gibt es Abzug. 45 Sekunden länger in der Fritteuse hätten hier schon einen Unterschied bewirkt. Der gute Salzgrad und der Verzicht auf Paprikagewürz können diesen Manko nicht mehr wirklich aufwiegen.
Das Personal ist freundlich, Portion und Preis stimmen.

Aus diesem Grunde landen die LGBT-Fritten bei 3 von 5 Pommes.

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Drei von fünf – grundsolides Mitelmaß

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Auch wenn’s nich so dolle war – pommesluver Skrollan zufrieden mit der Fritte und einem Neuzugang für die pommesluv-crew

Fritz & Co.
Wittenbergplatz
10789 Berlin (Schöneberg)
Öffnungszeiten:

Mo-Sa 11-24 Uhr, So 12-24 Uhr
Mittagszeiten: durchgehend

Pommesjenuss im Goldenen Westen

Wir starten heute unser Pommesuniversum mit einem Ausflug an den Wittenbergplatz, neben das Kadewe, in den goldenen Westen.

Unser Ziel: Die goldgelb frittierten Erdäpfel der Qualitäts-Bio-Bude Witty’s.

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Witty's Saucenvielfalt

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Glückliches Nachsalzen

Knoblauch-Dill-Mayo mit Kleks scharfem Asiazeugs

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Unter Touristen wie Ortsansässigen gleichermaßen beliebt, befindet sich stets eine kleine Traube Menschen vor der Bude. Im Wind spielten die Servietten, hefteten sich an Seniorensohlen und wurden davon getragen. Auch uns spielte das graue, windige Regenwetter in die Karten, so mussten wir nicht lange anstehen.

Der Laden führt eine große Auswahl an Bio Limonaden, die mir alle zu kalt für das Wetter waren. Ein Glühwein wäre wohl das Richtige gewesen. Besonders erwähnenswerte ist die Saucenvielfalt der Bude. Wir überzeugten uns von der frischen Knoblauch-Dill-Majo („Natürlich nur empfehlenswert wenn man nicht mehr knutschen will.“ – Ein Evergreen-Spruch aller Döner- und Imbissbudenverkäufer…) und der regulären frischen Majo.

Die bio Pommes plus Sauce kosteten jeweils 3,50€ also Premiumsegment. Was kann man gegenüber vom Kadewe anderes erwarten? Die Pommes sahen sehr gut aus und geschmacklich waren sie auch eine Freude. Ein bisschen knuspriger hätten sie noch sein können und salziger. Das nahm ich dann selbst in die Hand.

Abzug gab es ebenfalls für die skurrilen Illustrationen auf der Budenverkleidung. Verzerrte Fratzen, aber das ist vielleicht Geschmackssache.

Unser Urteil: 

3 1/2 von 5 Pommes

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Witty’s

Wittenbergplatz (Ecke Ansbacher Straße, gegenüber dem KaDeWe)
Montag bis Samstag von 11:00 bis 24:00 Uhr Sonn- und Feiertags von 12:00 bis 24:00 Uhr

http://wittys-berlin.de/